Weißt Du, dass Kinder ganz eigene Rechte haben? Kinder sind nicht einfach nur kleine Menschen, sondern haben ganz andere Bedürfnisse als Erwachsene. Damit diese auch niemand vergisst, wurden diese Rechte schriftlich in der  Kinderrechtskonvention der vereinten Nationen festgehalten und niedergeschrieben. Folgend liste ich hier deine zwölf wichtigsten Rechte auf. Wenn Du dich genauer darüber informieren und anhand von Beispielen erklärt haben möchtest, klicke am Ende des Textes einfach auf "Die Rechte der Kinder von logo! einfach erklärt". Diese Broschüre hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für Kinder herausgegeben. Oder Du entscheidest Dich für das Erklärvideo auf YouTube.

1. Alle Kinder haben die gleichen Rechte. Kein Kind darf benachteiligt werden. Kinder haben das Recht, so gesund wie möglich zu leben.

2. Kinder haben ein Recht auf Schutz und Fürsorge durch ihre Eltern. Wenn Eltern ihre Kinder nicht ausreichend beschützen können, sie vernachlässigen oder misshandeln, muss der Staat dafür sorgen, dass  Kinder den notwendigen Schutz bekommen. Gleichzeitig muss der Staat dafür sorgen, dass Eltern jede Hilfe bekommen, um ihrer Erziehungsaufgabe so nachzukommen, dass es dem Wohl des Kindes dient.

3. Jedes Kind hat ein Recht auf eine Identität und auf Familie. Dazu gehört das Recht auf einen Namen, eine Geburtsurkunde und Nationalität. Dazu gehört auch wissen zu dürfen, wer deine leiblichen Eltern sind, wenn Du zum Beispiel in einer Pflegefamilie lebst oder adoptiert wurdest. 

4. Kinder dürfen nicht willkürlich von ihrer Familie oder einem Elternteil getrennt werden. 

5. Kinder haben nicht nur ein Recht auf Bildung, sondern auch die Pflicht zum Schulbesuch.

6. Kinder haben das Recht auf Erholung und Spiel. Es muss also auch genügend Platz und Raum dafür zur Verfügung stehen.

7. Kinder haben das Recht, sich zu informieren, eine eigene Meinung zu haben und an Entscheidungen beteiligt zu werden, die sie betreffen. Das gilt im alltäglichen Leben wie auch beispielsweise im Fall einer Scheidung. Hier müssen die Kinder angehört werden, bei wem sie zukünftig leben wollen. Kinder haben das Recht, ihre Meinung und ihren Willen frei zu entwickeln und äußern zu dürfen, auch wenn die Meinung nicht mit dem Willen oder der Meinung deiner Eltern übereinstimmt. Bei wichtigen Entscheidungen wie zum Beispiel einem Schulwechsel, einer Ausbildungsstelle, beim Wechsel des Wohnorts, in Gesundheitsfragen oder wenn es um dein Geld geht, müssen deine Eltern dich anhören und entsprechend deines Alters dich in Entscheidungen mit einbeziehen. 

8. Jedes Kind hat das Recht auf einen bestimmten Lebensstandard. Sind Eltern dazu nicht aus eigener Kraft in der Lage, muss der Staat den Eltern Unterstützung anbieten.

9. Kinder dürfen nicht wie Erwachsene arbeiten und dürfen nicht ausgebeutet werden.

10. Kinder müssen vor körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt geschützt werden. Erst 2000 wurde in Deutschland das "Recht auf eine gewaltfreie Erziehung" festgeschrieben. Bis dahin waren Schläge als "Erziehungsmaßnahme" nicht verboten - jetzt schon. Man unterscheidet zwischen seelischer und körperlicher Gewalt. Seelische Gewalt kann zum Beispiel sein: Erniedrigungen durch Worte, Diskriminierung, Anschreien, Liebesentzug durch ständiges Ignorieren bis hin zu Bedrohungen und offener Verachtung aber auch einsperren und das Verbieten jeglichen Kontaktes zu anderen Menschen außerhalb der Familie. Unter körperlicher Gewalt versteht man schlagen mit Händen oder Gegenständen, Verbrennungen, Verweigern von Essen und Trinken, schütteln, beißen oder treten. Kinder haben das Recht auf Privatsphäre. Kinder dürfen bei Berührungen durch Eltern, Geschwister, Verwandte oder Freunde NEIN sagen, wenn es sich unangenehm anfühlt. Das gleiche NEIN gilt auch, wenn Du dazu aufgefordert wirst, andere zu berühren, wenn Du das nicht möchtest.

11. Kinder mit körperlichen, geistigen und/oder seelischen Beeinträchtigungen haben ein besonderes Recht auf Fürsorge und auf ein aktives und möglichst selbstständiges Leben. Es gibt viele Unterstützungsangebote, die es einem Kind mit Einschränkungen ermöglicht, größtmögliche Unabhängigkeit zu erleben. Es ist die Aufgabe der Eltern, ihre Kinder darüber zu informieren und aufzuklären. 

12. Kinder brauchen besonderen Schutz im Krieg und auf der Flucht.